Die Welt die meine war – Die 60ziger Jahre von Ketil Bjørnstad

Ketil Bjørnstad erinnert sich nicht einfach an das Jahrzehnt des kalten Krieges, der Mondlandung, der Beatles, er geht zurück in die Zeit. Erzählt von dem fettem, unsicheren Kind, das er war, das Chrustschow  toll findet, aber Kennedy misstraut, weil der einfach zu gut aussieht, zu geleckt ist. Der junge Ketil ist ein Außenseiter. Der Vater ist Sozialist und fördert früh das Politikinteresse des Jungen, die Mutter ist die musisch Begabte, von der er die Liebe zur Musik hat. Beide Eltern fördern sein musikalisches Talent. Obwohl er in einer intakten Familie aufwächst, ist er von der Angst getrieben, dass die Eltern sich trennen könnten. Jung-Ketil hat es insgesamt nicht leicht. Schon sein Übergewicht macht ihn zum Außenseiter, er passt nicht die klassische Männerrolle. Die Mädchen für die er sich interessiert, irritieren ihn genau so sehr, wie sie ihn anziehen. Kindheit und Adoleszens sind wahrlich kein Ponyhof.


Als ich vom Projekt des norwegischen Musikers und Autors Ketil 
Bjørnstad erfuhr, jedem Jahrzehnt seines Lebens einen autobiografischen Roman zu widmen, war meine erste Reaktion: Ach nee, nicht noch so etwas wie Knausgard. Der hatte mich mit seiner Nabelschau furchtbar angeödet, Das ich mich letztlich doch an dieses 830 Seiten starke Werk gemacht habe, hatte in erster Linie damit zu tun, dass ich Ketil Bjørnstad als Autor sehr schätze. Vindings Spiel und Emma, um nur zwei seiner Bücher zu nennen, haben mich tief berührt und genau so ging es mir mit Die Welt die meine war – Die 60ziger Jahre. Ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. 

Die Welt die meine war – Die 60ziger Jahre

Autor: Ketil Bjørnstad 

Übersetzer*innen: Gabriele Haefs, Kerstin Reimers und Andreas Brunstermann

Verlag: Osburg 

ISBN: 9783955101633

Preis: 26,00 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.