Kritische Masse von Sara Paretzky

V. I. Warshawsi ist auf der Suche der drogensüchtigen Judy Binder, nachdem diese einer alten Freundin auf dem AB die Nachricht hinterlassen hat, dass sie sich in Gefahr befindet. Als Warshawski den letzten Wohnsitz der Frau aufsucht, irgendwo im ländlichen Illinois, findet sie nur eine zerstörte Methküche, einen toten Hund und die Leiche eines Mannes in einem Maisfeld, an dem sich die Krähen bereits gütlich getan haben. Von Judy Binder keine Spur. Als sie weiter ermittelt, wird dieser scheinbar so einfache Fall immer komplizierter und seine Wurzeln gehen weit zurück in das Österreich der 30-ziger Jahre und die Nazizeit und es wird immer gefährlicher für Warshawski, denn nicht nur die üblichen Dealer und Gangster machen ihr das Leben schwer, sondern auch eine hochangesehene Computerfirma und der Heimatschutz. 

Sara Paretzky und ihre Detektivin V. I. Warshawski, ein wohlbekanntes Team und, meiner bescheidenen Meinung nach, in diesem Buch in Höchstform. Ein scharfer Blick auf die politische Vergangenheit Amerikas, das Schicksal von Flüchtlingen und die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage, geben den Ermittlungen einen soliden Unterbau und nehmen dem klassischen Krimi-Noir-Stil jede Verstaubtheit. Im Gegenteil, es ist ein heutiges Buch, in dem sehr deutlich wird, wie Vergangenheit und Gegenwart sich beeinflussen. Spannung pur über immerhin 534 Seiten. 

Kritische Masse

Auorin: Sara Paretzky
Übersetzerin: Else Laudan
Verlag: Ariadne
ISBN: 9783867542364
Preis: 24,00 €

Taval und die nackte Katze von Susanne Pohl

Eigentlich ein einfacher Job, denkt Jesper Taval, als er von einem Freund gebeten wird, auf die Katze dessen Tante aufzupassen. Ein Ausflug nach Kiel kommt dem gerade gefeuerten MEKler auch recht. Die Katzenbesitzerin erweist sich als arrogant und neurotisch, die Katze als eine Nacktkatze, trotzalledem ist Taval bereit sich der Aufgabe zu stellen. Dann ruft Freund Dennis an und verlangt, dass er zu einer bestimmten Adresse kommt und die Katze mitbringt. Dennis klingt aufgeregt, so macht sich Taval auf den Weg, mit der Katze im Rucksack. Es folgt eine wütende Katze, die ausbüxt, ein Schlag auf den Schädel, eine Verhaftung und eine Mordanklage, denn in dem besagten Haus befindet sich eine ermordete Frau … eine die Taval kennt.

Mir hat dieser Lokalkrimi der Kieler Autorin Susanne Pohl gut gefallen, auch wenn er einige kleine Mankos hat. Der Plot und die Charaktere haben mir gefallen, eben so die Erzählweise. Locker, ironisch und mit Humor lässt sie die Leser*innen mit Taval auf Tätersuche gehen. Dabei geraten ihr der eine oder andere Charakter ein wenig zu klischeehaft und überhaupt hätten die Charaktere, besonders das Opfer, ein wenig mehr Tiefenschärfe gebrauchen können. Andersherum ist es eben auch kein 300 Seiten Buch, sondern ein feiner kleiner Krimi von gerade einmal 140 Seiten. 

Eine Autorin, die man im Auge behalten sollte.

Taval und die nackte Katze

Autorin: Susanne Pohl

Verlag: Susanne Pohl