Land der Söhne von Milena Moser

Schauplatz des neuen Milena Moser Romans Land der Söhne ist größtenteils New Mexico. Gìo ist mit seiner 11-jährigen Tochter Sofia auf der Reise zu einem der Orte, an dem er eine besondere Zeit seiner Kindheit verbracht hat. Sein Vater Lou ist gestorben und es ist an der Zeit sich der Vergangenheit zu stellen.

Luigi Bernasconi kommt in den 1940-ziger Jahren mit seiner Mutter in die USA. Schnell gibt er die Hoffnung auf, dass der Vater wie versprochen nachkommt.  Die Mutter hat bald einen neuen Partner und Luigi wird in eine Outdoor Scool nach New Mexico abgeschoben. Hier wird er zu Lou und soll zum Mann erzogen werden. Major Bartlett, der Schulleiter, hat da bestimmte Vorstellungen, die weit über das gewöhnlich und gesellschaftlich akzeptable hinausgehen. Später wird Lou zu einem einflussreichen Filmproduzenten in Hollywood. Er heiratet Tara, die nach dem Scheitern der Ehe mit dem gemeinsamen Sohn Gío in eine Hippiekommune zieht, wo sie ihn sich selbst überlässt, während sie ihr Bewusstsein erweitert und der freien Liebe frönt. Eines Tages ist sie verschwunden und Gío bleibt allein zurück. Die Kommune löst sich auf und Gío wird im benachbarten Pueblo abgegeben, wo er bei der Familie Ortiz lebt, bis sein Vater ihn zwingt wieder zu ihm zu ziehen. Das Verhältnis der Beiden ist  ebenfalls nicht unbelastet, da Papa Lou einige der Vorstellungen, wie Männer zu Männern werden, von Major Bartlett übernommen hat. Gío verlässt seinen Vater so schnell wie möglich, wird Flimarchivar, nimmt den Namen Ortiz an und heiratet den Friseur Santiago, mit dem er die gemeinsame Tochter Sofia großzieht.

Milena Moser entfaltet diese Familiengeschichte, in drei Strängen, einen für jede Generation, jeweils aus der Sicht des Kindes.  So gewaltig die Themen dieses Romans sind,  Missbrauch, Vernachlässigung, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, um nur einige zu nennen,  ist die Geschichte an keiner Stelle überfrachtet. Die Autorin hat mit scheinbar leichter Hand ein Schwergewicht geschaffen, das in der Erkenntnis mündet:

Es gibt keinen Grund sich für das, was dir widerfahren ist zu schämen. Es ist nicht dein Problem, es ist das Problem dessen, der es dir angetan hat.

Fazit: Wunderbares Buch

Land der Söhne

Autorin: Milena Moser

Verlag: Nagel & Kimche

ISBN 978-3-312-01093-6

Preis: 24,00 €

 

 

Wo Rauch ist von Gudrun Lerchbaum

Der Journalist Can ist tot, angeblich an einem anaphylaktischen Schock gestorben. Seine Ex-Frau, die Buchhändlerin Olga Schattenberg, bezweifelt dies, schon weil Can keine Allergien hatte und gerade an einer sehr gefährlichen Story arbeitete, den Verbindungen des türkischen Geheimdienstes zu Nazigruppen in Österreich und Deutschland. Olga will mehr wissen, ist jedoch durch ihre MS-Erkrankung an den Rollstuhl gefesselt. Auf der Beerdigung trifft sie den Trauerredner Adrian und lernt durch ihn seine frühere Freundin Kiki kennen, die eine recht gewalttätige Vergangenheit und eine Psychose hat hat. Über Cans Familie versucht Olga an den Laptop des Verstorbenen zu kommen, doch die mauert. Die Eltern wollen Ruhe, die Schwester ist mittlerweile bei den Kartalar gelandet, einer islamistischen Gruppe, die unter anderen, die türkischen Mitbürger im Ausland auf islamkonformes Verhalten hin überwacht. Als auch noch die Polizei sich für den Tod von Can interessiert und herauskommt, dass er auf eine sehr merkwürdige Weise zu Tode kam, wird es brenzelig. Olga, Adrian und Kiki, geraten ins Kreuzfeuer der verschiedenen Fraktionen. Doch nicht nur für sie wird es eng.

Um es gleich vorweg zu sagen. Gudrun Lerchbaum hat da einen Politthriller geschrieben, wie ich ihn mir wünsche. Nah am Zeitgeschehen, spannend, interessant und originell. Sie wählt nicht das klassische Ermittler*innen Team mit einer Hauptfigur und sondern lässt die Geschichte aus den Perspektiven von Olga, Adrian und Kiki erzählen, was den Lesern einen Panoramablick erlaubt. Sie schildert ihre Charaktere sensibel und mit Tiefenschärfe, zeigt sie gleichmaßen in ihrer Verletzlichkeit und Stärke, ohne sich in deren Geschichten zu verlieren und die Handlung zu vernachlässigen. In Lügenland zeigt Gudrun Lerchbaum die Mechanismen des Faschismus auf, die in der Dystopie bereits etabliert sind; in „Wo Rauch ist“ zeigt, die Autorin, wie schnell dieser Umbruch gehen kann, wenn Die an den entsprechenden Schalthebeln, es verstehen gewisse Vorkommnisse zu instrumentalisieren.

Fazit: Unbedingt lesen!

Wo Rauch ist

Autorin: Gudrun Lerchbaum

Verlag: Ariadne

ISBN 978-3-86754-233-3

Preis: 13,00 €

Wer die Goldkehlchen stört von Levi Henriksen

Als der Plattenproduzent Jim zu einer Taufe in Kongsvinger eingeladen wird, hört er die drei Geschwister Thorsen in der Kirche singen und ist von ihrem Gesang fasziniert. Er erfährt, dass die drei früher berühmt waren und auch einige Platten aufgenommen haben. Jim hat die Musikindustrie, in der es mehr und mehr um Vermarktung von Produkten, als um Musik geht, leid und versucht die Drei, alle bereits um die 80, zu überreden eine Aufnahme zu machen. Das gestaltet sich nicht leicht, während die beiden Schwestern Maria und Tamar, nicht wirklich abgeneigt sind, stellt sich Bruder Timoteus quer.
Nach und nach erfährt Jim nicht nur die Geschichte der Thorsen-Geschwister, sondern auch eine Menge über sich. Eine wundervolle Geschichte über Musik, Hoffnung, die Kraft der Liebe und dass es für sie nie zu spät ist.

Levi Henriksen ist einer der wenigen Schriftsteller, der es schafft eine Geschichte über Themen wie Liebe, Hoffnung, Glaube zu schreiben, ohne das kleinste Bisschen kitschig zu werden und seine Leser*innen trotzdem zu Tränen zu rühren. Wer die Goldkehlchen stört ist ein Liebesroman, aber nicht im üblichen Sinne, sondern es ist eine Liebeserklärung an die Vielfalt in der Liebe an sich.

Wer die Goldkehlchen stört

Autor: Levi Henriksen

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Verlag: btb

ISBN: 978-3-442-71680-7

Preis: 13,00 €

Das Labyrinth von London von Benedict Jacka

Im Emporium Arcana am Camden Market finden die Besucher keine Zaubertricks a la David Copperfield, aber echte Magie. Denn Alex Verus ist ein Magier und ein Außenseiter, sowohl für die normalen Menschen, als auch für den Rat der Magier und die Schwarzmagiere. Freunde hat er unter seines gleich wahrlich nicht, was an einer sehr spannenden Vorgeschichte liegt. In der Regel lassen ihn die Kollegen in Ruhe, doch plötzlich interessieren sich die unterschiedlichsten Parteien für ihn und seine Gabe. Alex Verus ist ein Wahrsager, sogar ein richtig guter, und im Londoner Museum ist ein Artefakt aufgetaucht, das viel Begehren weckt, denn wer es in seinen Besitz bringt, der erhält einen ordentlichen Machtboost. Es braucht allerdings einen Wahrsager, um das Teil gefahrlos zu sichern. Interessant auch, welche Rolle Alex Freundin Luna dabei spielt. Das mit einem seltsamen Fluch beladene Frau, die für Alex occulte Gegenstände findet, hat einen gefunden, der der Schlüssel zu dem Artefakt sein könnte.

Ein interessanter Held, eine spannende Geschichte, kuriose Charaktere und London. Das kann doch nur gut sein, dachte ich, als ich ein wenig in dem Buch blätterte. Ich wurde nicht enttäuscht. Benedict Jacka erzählt seine Geschichte flüssig und mit interessanten, nicht immer voraus zu ahnenden, Wendungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Serie weiter auf Deutsch erscheinen würde.

Das Labyrinth von London

Autor: Benedict Jacka

Übersetzerin: Michelle Gyo

Verlag: Blanvalet

ISBN: 978-3-7341-6165-0

Preis: 9,99 €

Okergeschichten II von Hardy Crueger

Manisch. Mystisch.Mörderisch. So der Untertitel zu den Okergeschichten II von Hardy Crueger …  und der Autor verspricht wahrlich nicht zuviel. 12 Geschichten von Verbrechen, die sich an der Oker ereignet haben oder ereignet haben könnten, zeigen die große literarische Bandbreite des Autors. Wer glaubt, dass Geschichten um Verbrechen immer nach einem gleichen Muster gestrickt sind, wird hier eines Besseren belehrt. Einigen dieser Geschichten liegt eine wahre Begebenheit zu Grunde, um die der Autor seine Geschichte gesponnen hat. Andere wieder sind wohl ausschließlich der Fantasie und dem Fluss entsprungen. Alle eint eines: Ihre hohe Qualität!

Ich finde schon lange das der Braunschweiger Hardy Crueger eine der literarischen Stimmen in diesem unserem Lande ist, der wir vermehrt unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Er hat Einfühlungsvermögen, Humor, Fantasie und er kann wirklich schreiben.

Fazit: Unbedingt lesen!

Okergeschichten II

Manisch. Mystisch. Mörderisch

Autor: Hardy Crueger

Epubli/E-Book

Preis: 11,95 €/3,99 €

 

Sommerklassiker – John Steinbeck

Ich habe es mir zu Fleiße gemacht, immer im Sommer einen Klassiker zu lesen. Diesmal hatte ich noch gar keine Wahl getroffen, als der Favorit dieses Sommers überraschend zu mir kam. Ich las in „Wenn wir zum Ende kommen“ von Kersten Flenter und Bine Monecke und stieß dort auf einen Text, in dem Kersten Flenter auf ein besonderes Kapitel aus „Jenseits von Ende“ eingeht. Das Buch hatte ich vor einigen Jahrzehnten, also in sehr jungen Jahren, gelesen und es hat mich lange begleitet. Der Wunsch es noch einmal zu lesen erwachte und das schrieb ich Kersten Flenter. Der riet mir begleitend dazu „Tagebuch eines Romans“ zu lesen. Das Tagebuch also, welches Steinbeck schrieb, während er am Buch arbeitete. Es war wirklich spannend, dem Autor, sozusagen posthum, über die Schulter zu gucken.

Das erstaunliche ist, dass Steinbeck in „Jenseits von Eden“ jede Regel bricht, die man Schriftsteller*innen mit auf den Weg gibt. So ergeht er sich über Seiten hinweg in Landschaftsbeschreibungen. Das erstaunliche aber ist, dass es nicht langweilt, sondern bereichert. Das liegt natürlich daran, dass da einer Regeln bricht, die er kennt und genau weiß was er tut. Steinbeck beschreibt nicht das Salinastal, er nimmt den Leser und die Leserin mit ins auf Samuel Hamiltons Farm.

Schon beim ersten Lesen hatte das Buch einen tiefen Eindruck hinterlassen, wie großartig es ist, konnte ich erst jetzt erfassen. Dieses wiederum führte dazu, dass ich beschloss, John Steinbeck wird mein Sommerklassiker!

Nun lese ich „Die Reise mit Charlie“. Welches acht Jahre vor dem Tod des Autors entstand. 58-jährig, kaum von seinem Schlaganfall genesen, begibt sich Steinbeck, mit seinem Pudel Charlie als einzigen Begleiter, auf eine Rundreise durch Amerika, um wieder in Kontakt mit seinen Landsleuten zu kommen. Es ist das Jahr 1960 und mitten im Wahlkampf Kennedy/Nixon. Während er in Jenseits von Eden weitschweifig ist und seine Geschichte zwischen fiktivem und biografischem mäandern lässt, beschreibt er hier kurz die einzelnen Stationen und Begegnungen, jedoch nicht weniger gehaltvoll. Auf nicht einmal einer halben Seite entsteht eine Szene von solcher Plastizität, dass es eine Pracht ist.

Aus der Arte Serie „Die große Literatour“ gibt es einen Teil, der sich mit John Steinbeck und „Der Reise mit Charlie“ befasst. Eine sehr gelungene Doku finde ich. Trotzdem sollte man das Buch lesen.

 

 

John Steinbeck

Ab und an neige ich dazu, Klassiker zu lesen oder aber wieder zu lesen. John Steinbecks Jenseits von Eden habe ich als noch sehr junges Mädchen gelesen und, obwohl ich mir sicher bin, dass ich vieles nicht im vollen Maße zu würdigen wusste, ist mir eine Menge in Erinnerung geblieben. Nun habe ich beschlossen das Buch noch einmal zu lesen, allerdings ein wenig anders. Eher als Literaturprojekt. Der Autor und Musiker Kersten Flenter schrieb mehr, dass er zu Jenseits von Eden parallel Tagebuch eines Romans gelesen hat. John Steinbecks Briefe an seinen Verleger, die er während der Entstehung des Buches an diesen schrieb. Eine sehr gute Idee dachte ich. Kersten schrieb: Es ist, als wenn man dem Autor beim Schreiben über die Schulter guckt. Das gefiel mir so gut, dass ich mir beide Bücher noch einmal besorgt habe.

Wenn wir zum Ende kommen – Kersten Flenter und Biena Monecke

Wenn wir zum Ende kommen – über Friedhöfe und Tode, Trauern und Abschied nehmen – Texte Kersten Flenter, Zeichnungen Biena Monecke, Blaulicht Verlag ISBN 978-3-941552-44-9, Preis: 15,00 €

Was für ein wundervolles Buch! Es ist alles dabei. Texte die berühren, ergreifen und gar nicht so selten zum Lachen bringen. Lyrik und Prosa in gewohnter Flenter Qualität untermalt von den einfühlsamen Kreidezeichnungen von Biena Monecke.

Es ist diese Mischung. Auch ich bin eine bekennende auf Friedhöfen Spazierengehende und denke oft über die Inschriften auf Grabsteinen nach und darüber, welches Leben die dort liegenden wohl gelebt haben. Vielleicht hat mich dieses Buch besonders berührt, weil ich auch schon mal bei Grabsteininschriften wie …

Unser Leben ist, wenn es köstlich gewesen ist, stets Mühe und Arbeit gewesen

… dachte, ach nee, wirklich nur das? Doch ich gehe denn weiter und vergesse es wieder, während Kersten Flenter sich hinsetzt und etwas dazu schreibt. Und das macht er kenntnisreich, eloquent und sprühend vor Lebensfreude. So kommt er zu der Erkenntnis, dass dort stehen sollte …

Aber wenn es köstlich gewesen ist, dann waren es Wolken und Seifenblasen, Irrsinn und Unfug, Liebe und Vertrauen, kristallene Augenblicke

… würde auch mir besser gefallen.

Es ist ein lebenspralles Buch über das was zum Leben gehört: Den Tod, die Trauer, das Lachen, die Erotik und wie nahe alles beieinander liegt.

Fazit: Unbedingt Lesen!

 

James Joyce

Gestern abend sah ich in der ARTE Medithek James Joyce: Irischer Schriftsteller – erzählt von Anjelica Houston. Das hat einen Haken geschlagen. Ich gestehe, dass ich Joyce ziemlich links liegen gelassen habe, seit ich mit 13 Jahren versucht habe Finnegan’s Wake zu lesen und grandios gescheitert bin. Zumindest glaubte ich das, dabei sagen sogar Fachleute, dass mein leicht verrückt wird, wenn man versucht den Sinn des Buches zu begreifen. Jedenfalls habe ich beschlossen es noch einmal mit Joyce zu versuchen. Als erstes werde ich obiges Buch lesen. Wer mehr drüber wissen möchte, einfach aufs Bild klicken.

64 von Hideo Yokoyama

64 ist der Codename für einen Entführungsfall aus dem Jahre 1989. Dem Jahr, in dem Kaiser Hirohito nach 64 Jahren im Amt starb. Das entführte Mädchen wurde  nach der Lösegeldübergabe ermordet aufgefunden, der Fall nie geklärt. 14 Jahre später, ein Jahr vor der Verjährung, meldet der Generalinspektor der Polizei aus Tokio seinen Besuch in der Präfektur D, in der das Verbrechen geschah, an. Pressesprecher Mikami soll den Besuch vorbereiten und den Vater des Mädchens überreden den Generalinspektor zu empfangen, dieser lehnt ab, obwohl es eine Neuaufnahme des Falles bedeuten würde. Mikami, der eigentlich Ermittler ist und seine Versetzung zur Pressestelle als Degradierung empfindet, wird neugierig, warum der Vater der Polizei so ablehnend gegenüber steht und stößt auf einen Ermittlungsfehler, der der Öffentlichkeit verschwiegen wurde. Überhaupt ist Yoshinobu Mikami sehr gefordert. Seine eigene Tochter ist nach einem Streit verschwunden. In der Dienststelle wird er mehr und mehr zum Prellbock in Spannungsverhältnis Polizei und Presse und verschiedene Karrieristen versuchen ihn zum Spielball für ihre Intrigen zu machen.

64 wird als Krimi angepriesen ist meiner Meinung nach, aber viel mehr als das. Es ist ein Gesellschaftsbild Japans zwischen Tradition und Moderne. Mit Mikami hat Yokoyama einen Protagonisten geschaffen, der am Rande steht. Er ist Pressesprecher, aber widerwillig, er glaubt als Vater versagt zu haben und gehört auch nicht mehr in die Welt der Ermittler und gerade durch dieses Außenvorsein, hat er einen objektiven Blick.

Anfangs habe ich mich schwer getan und teils gestaltete sich das Lesen, wie ein Waten durch den Sumpf von Lügen und Korruption, in dem Mikami ermittelt und doch habe ich die 768 in vier Tagen durchgelesen, weil es einfach ein sehr gut geschriebener, spannender Roman ist.

64

Autor: Hideo Yokoyama

ISBN 9783037921043

768 Seiten

Atrium Verlag Zürich

Übersetzt aus dem Englischen: Sabine Roth und Nikolaus Stingl